Bundeserneuerung 2019

Ansprache über Matthäus 3, 13-17

Ihr Lieben,

Es gibt einen Unterschied zwischen Taten und Zeichenhandlungen. Taten sind immer auch Zeichenhandlungen, denn sie zeigen, dass sich die Welt verändert, wenn die Tat getan ist.

Wenn ich z. B. mich wasche, dann zeige ich an, dass ich selber sauber werde oder auch rein sein möchte. Es gibt ja eine äußere Sauberkeit und eine innere Reinheit. Die äußere Sauberkeit kann ich waschen und dann sehen sie alle. Die innere Reinheit des Herzens und des Willens, die erreiche ich einigermaßen durch Beten und Üben, aber wie zeige ich sie an?

Da kommt die Zeichenhandlung ins Spiel. Mit einer Zeichenhandlung kann ich Taten anzeigen, die man nicht sehen kann.

Nehmen wir zum Beispiel die Taufe: da sehen wir nur ein Kreuz auf der Stirn und drei Hände voll Wasser, oder manchmal drei Mal total nass. Also äußerlich sauber werden die Leute davon nicht. Aber von der inneren Reinheit wird eine Menge angezeigt:

Zum einen wird angezeigt, dass die Täuflinge innerlich rein sein wollen und rein sein sollen;

Zum zweiten wird angezeigt, dass Gott die Täuflinge innerlich rein machen will.

Zum dritten wird angezeigt, dass Gottes Reinwaschen die Beziehung klärt, weil wir nun von unserem Papa gewaschen wurden – so wie sich vielleicht manche erinnern, dass ihre Väter sie in die Wanne gesteckt oder mit dem Gartenschlauch abgespritzt haben.

Das alles steckt in dieser Zeichenhandlung, die wir in Not alle selber machen dürfen, und die ich wegen meines Amts so oft machen darf.

Zeichenhandlungen sind also fast noch wichtiger als Taten, auch wenn sie auf den ersten Blick von außen betrachtet nicht viel bringen. Darum mögen wir Menschen auch gerne Zeichenhandlungen wie einen Segen oder einen Gruß möglichst mit einem Lächeln. Darum mögen auch Politiker und Presseleute Zeichenhandlungen wie einen Besuch oder eine Konferenz oder ein spezielles Gedenken. Total gerne wird ein Eintrag in ein Buch oder ein Händeschütteln oder das Legen einer Kranzschleife fotografiert.

Um eine Zeichenhandlung geht es uns heute in dieser Feier zur Erneuerung unseres Bundes mit Gott; um eine Zeichenhandlung ging es, als Jesus getauft wurde. Übrigens: viele Kirchen denken heute auch an Jesu Taufe.

Jesus kommt also an den Jordan, wo Johannes der Täufer tauft und stellt sich in die Reihe. Johannes weiß sofort, wer er ist; sie sind ja verwandt und beinahe gleich alt. Johannes sagt: »Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?«

Damit zeigt Johannes an, wie er die Taufe als Zeichenhandlung versteht: jemand, der reiner ist, wäscht die anderen oder macht sie nass, damit alle gleich rein werden. Also einer, der neu gestartet ist, ermöglich den anderen einen Neustart vor Gott. Besondere Menschen helfen anderen Menschen besonders zu werden.

Jesus antwortete: Zögere nicht, mich zu taufen! Das ist es, was wir jetzt tun müssen. So eröffnen wir den Weg, auf dem der Wille Gottes ohne Abstriche erfüllt wird.

Damit zeigt Jesus an, wie er von Gott her die Taufe als Zeichenhandlung versteht: Gott nutzt eine Person, ob sie nun besonders ist oder nicht, um andere von Lasten zu befreien oder zu erfrischen, so wie unsere Väter die Wanne oder den Gartenschlauch nutzten. Gott selber tauft durch den Menschen Johannes. Außerdem klärt Gott selber die Beziehung: Johannes hat gedacht, er macht die Leute rein, und Jesus macht ihn rein, denn Gott hat Jesus rein gemacht – also eine Reinheit über mehrere Stationen. Jesus weiß, Gott selber macht alle Leute rein, ganz direkt mit Hilfe einer Person, ohne jede Zwischenstation.

Johannes folgt Jesus als dem Reineren und tauft ihn, ohne so richtig zu wissen, wieso. Da ereignen sich zwei weitere Zeichen, die später von allen verstanden werden: Da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. Und eine Stimme aus dem Himmel sagte: »Dies ist mein Sohn, ihm gilt meine Liebe, ihn habe ich erwählt.

Als ich unsere dicke Taube hier zum ersten Mal sah, dachte ich zuerst: sie kommt aus einem Möbelladen – das sieht man von außen. Dann dachte ich: sie muss ein Zeichen sein, – ja, das Zeichen für den Heiligen Geist.

Der Heilige Geist sitzt nun bei uns auf der Fensterbank und guckt in die ganze Gemeinde – auf uns alle; in anderen Kirchen schwebt er nur über denen, die lesen oder reden.

Die Stimme aus dem Himmel, die bestätigt Jesus und macht die besondere Beziehung zu Gott noch einmal klar. Egal was Menschen über den Kind und den Zimmermann Jesus gedacht haben, jetzt wissen alle, dass Gott sich zu Jesus stellt wie ein Vater zu seinem Kind.

Später hat Jesus seine besondere Beziehung zu Gott mit einer anderen Zeichenhandlung verknüpft, mit dem Abendmahl, das wir auch gleich feiern.

Im Abendmahl sagt Jesus: „ Nehmt und esst, das bin ich, Gottes Sohn. Ich bin für euch da.“ Keiner der Jünger, die dabei waren, hat das Brot von außen betrachtet und als ein Stück von Jesus gegessen, wo doch Jesus noch am Tisch saß. Alle haben mit ihren inneren Augen das Zeichen gesehen und geschmeckt, dass Jesus nun in ihrem Denken und Wollen war.

Dann hat Jesus gesagt: „Nehmt und trinkt alle daraus! Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut.“ Keiner der Jünger konnte mehr tun als die Lippen befeuchten mit dem einen Becher für mindestens 12 Personen, aber alle Anwesenden – auch die Frauen – wussten, sie sind jetzt Partner in einem neuen Bund mit Gott. Sie wussten, in diesem Bund sind alle Gottes Kinder und Jesus ist nicht mehr nur der einzige sondern vor allem der erste, der die anderen mit sich zieht.

Später, nachdem Jesus für uns gestorben und auferstanden war, kam der Befehl zu taufen und damit alle Menschen in dieselbe Beziehung zu führen, wie sie die Jünger selbst hatten: nämlich dass sie Gottes Kinder und Partner im neuen Bund mit Gott sind.

Auch wir sind durch die Zeichenhandlung unserer Taufe Gottes Kinder und Partner im neuen Bund mit Gott.

Heute wollen wir das durch ein feierliches Versprechen bekräftigen, damit wir antworten auf das, was Gott durch Zeichen und Ereignisse an uns tut. Auch wir machen dabei eine Zeichenhandlung, wir stehen auf und sprechen alle gemeinsam. Was aus diesem Versprechen wird, werden erst unsere Taten im Laufe dieses Jahres 2019 zeigen.

Nun lade ich gleich herzlich ein, diese Zeichenhandlung zu verstärken. Ich habe Euch allen das Gelöbnis noch einmal auf ein Blatt kopiert und mit einer Art Datum versehen. Außerdem habe ich viele Schreiber rausgesucht. Da könnt Ihr, nachdem Ihr durch Sprechen den Bund mit Gott erneuert habt, auf dem Blatt unterschreiben wie unter einen Vertrag. Das könnt ihr tun, wenn Ihr wollt, wenn wir wieder sitzen und zu singen beginnen. Das Blatt könnt Ihr mit nach Hause nehmen und es dahin legen, wo Ihr es oft angucken könnt.

Sicher ist das nur eine Zeichenhandlung, aber im Rückblick habe ich oft gesehen, wie stark Gott das Zeichen in die Tat umsetzt und den Bund hält und wie viel Kraft und Ideen Gott uns gibt, dass wir unsererseits das Zeichen in die Tat umsetzen und den Bund halten. Das bin ich sicher, dass der Bund auch dies Jahr unser Leben verändert. Amen.

Gottesdienste im Januar 2019

Sonntag, 6. Januar, um 10.00 Uhr

Gottesdienst mit Zsolt Kiss-Rabata und Peter Nordmann

um 11.00 Uhr – Kirchenkaffee mit Ziehen der persönlichen Jahreslosung

Sonntag, 13. Januar, um 10.00 Uhr

Feier zur Erneuerung des Bundes mit Gott mit Regina Waack und Uwe Lembcke

um 11.00 Uhr – Kirchenkaffee

Sonntag, 20. Januar, um 10.00 Uhr

Gottesdienst mit Regina Waack und Edgar Nordmann

um 11.00 Uhr – Kirchenkaffee

Sonntag, 27. Januar, um 10.00 Uhr

Gedenkgottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus mit Regina Waack und Peter Nordmann

um 11.00 Uhr – Kirchenkaffee

Mit Gott am Runden Tisch – Mensch und Gemeinschaft

Unser Vorhaben ab März 2019:

an jedem 2. Sonntag im Monat von 15.00-17.00 Uhr treffen wir uns statt Gottesdienst zu einer Diskussionsrunde über Themen aus unserer Umgebung und aus unserer Gemeinde.

Kaffee/Tee und Kuchen sind auch dabei.

Themenvorschläge sind bis jetzt:

„Unsere bunte Gemeinde – Gemeindeglieder aus anderen Ländern erzählen“,

„Wie haben wir bei den Methodisten angefangen – wie hat der Methodismus in Flensburg vor 170 Jahren angefangen?“

„Wir waren im Heiligen Land“,

„Gesundheitsschutz aus der Sicht des Apothekers“.

Am Ende ist immer Gelegenheit für „Kerzenzeit“, dann können alle ein Licht für Wichtiges anzünden und still oder auch gemeinsam dafür beten.

Internationale Gebetswoche der Evangelischen Allianz

Gebet – Einheit – Vielfalt – Feiern

Meist 19.30 Uhr – ca.21.00 Uhr

VIELFALT WAHRNEHMEN,  
Mo 14. Januar, „Perspektive 21“, Jägerweg 12

STILLE,  
Di  15. Januar, „Arche“, Nikolaus-Matthiesenstraße 2

GEBET FÜR POLITIK,
Di 15. Januar, „Freie Christengemeinde“,
Engelsbyer Straße 18

GOTT FEIERN,
Mi 16. Januar, „Kirche in Bewegung“, Jürgensgaarder Straße 2

GEMEINSCHAFT,
Fr 18. Januar, „Gemeinschaft in der Ev. Kirche“, Südergraben 28


EINHEIT IN VIELFALT FEIERN

19. Jan: 15.00 Uhr!  – Abschluss in der „Arche“ Gemeinsam beten, Einheit erleben, Vielfalt entdecken und gemeinsam feiern, darum geht es in dieser Woche im Rahmen der Weltweiten Gebetswoche der Ev. Allianz.

Suche Frieden und jage ihm nach!

Jahreslosung 2019:

Suche Frieden und jage ihm nach!

Ps 34,15

Liebe Leserin, lieber Leser,

Frieden wird oft als eine Taube mit einem Zweig dargestellt. Da denke ich an die biblische Geschichte vom Überleben nach einer Sintflut. – Diese Taube, die der Architekt Le Corbusier in Chandigarh/Indien aufstellte, ist auch eine Hand und in ihrem Flügel ein Haus. In der Handfläche sind Brüste und eine Sichel zu sehen. Der Kopf erinnert mich an ein Lamm. Das alles gehört für mich zu einem echten Frieden, nämlich Hilfe (Hand), sichere Wohnung (Haus), Nahrung (Brüste), gerechter Ertrag für geleistete Arbeit (Sichel) und alles das geführt von Gewaltlosigkeit (Lamm). Aber dieser Friede fliegt noch an sehr vielen Menschen vorbei. Ungerechtigkeit und Gewalt – auch gegen Gottes Natur – scheinen zu bleiben. Darum müssen wir mit Freude suchen, festhalten und fördern, was es schon an sichtbarem Frieden gibt. Gott will mehr davon!

Dass 2019 voll von wirklichem Frieden wird, wünscht uns und allen in der Welt

Eure/Ihre Pastorin

Regina Waack

Herzlich Willkommen bei den Flensburger Methodisten! Hier erzählen wir Ihnen von unserem Glauben, unserem Gemeindeleben und sozialen Tätigkeiten.

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