Kriegsspuren

friedensdekadeHinter sichtbaren Kriegsspuren verbergen sich auch viele weniger offensichtliche: Spuren, die Krieg und Gewalt in den Gesichtern, in den Herzen und Seelen von Menschen hinterlassen haben. Wir fragen: Wie können die Folgen dieser Erfahrungen überwunden werden? In den Hauskreisen im November und im Gottesdienst am 13.11.16 sehen wir auf diese Kriegsspuren und beten, dass Gott Kraft zum Neuanfang und zur Versöhnung schenkt

Hintergrund: Der Anstoß für die Tradition der Ökumenischen FriedensDekaden, jeweils in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag im November, kam aus den Niederlanden. 1980 wurde in Ostdeutschland erstmalig die Ökumenische FriedensDekade begangen. Zeitgleich entstanden in Westdeutschland die so genannten Friedenswochen. Ab 1993 wird die Ökumenische FriedensDekade, getragen von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland und der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) in einem Gesprächsforum gemeinsam durchgeführt. Die diesjährige Kampagne findet vom 11. bis 21. November 2012 statt und steht unter dem Motto „Mutig für Menschenwürde“. Quelle

Die Friedensdekaden haben die Koinonia (Gemeinschaft) der Kirchen gefördert, den Zusammenhalt der Christen in Ost- und Westdeutschland verstärkt und das Friedensthema in ökumenischer Breite zu einem Schwerpunkt im Kirchenjahr gemacht. Ideen und Beispiele zu den Themen GerechtigkeitFrieden und Bewahrung der Schöpfung sind schon frühzeitig im Rahmen der Friedensdekade verbreitet worden und haben zur Entwicklung nachhaltiger Umweltpolitik und der Verantwortung für die Schöpfung beigetragen. Ein spezieller Erfolg der Friedenswochen bzw. -Dekaden ist die Vertiefung christlichen Friedenszeugnisses und die Willensbildung in den Kirchen und Gemeinden. Quelle

 

 

Kennt Ihr…

Corrie ten Boom?

corrieCorrie ten Boom wurde 1892 in Amsterdam geboren. Sie verbrachte mit ihren Geschwistern eine behütete Kindheit. Ihr Vater war Uhrmacher in Haarlem und Corrie war es auch. Ihre Familie gehörte zur niederländisch-reformierten Kirche und hatte viele Freunde in jüdischen Familien. Für Corries Vater waren die Juden „Gottes altes Volk“; so war er ihnen sehr zugetan.

Als im Jahr 1940 die deutschen Besatzer alle niederländischen Juden in die Konzentrationslager transportierten, versteckten die ten Booms jüdische Familien in ihrem Haus. Nach fast zwei Jahren wurde ein deutscher Soldat bei einem Besuch im Uhrengeschäft misstrauisch. Die ganze Familie wurde verhaftet. Der Vater überlebte die Gefangenschaft nicht.

betsy-corrieCorrie und ihre Schwester Betsy kamen ins Frauen-KZ Ravensbrück. Corrie konnte eine Bibel ins Lager schmuggeln und hielt heimlich Bibelstunden. So stärkte und tröstete Gott an diesem schrecklichen Ort die verzweifelten Frauen durch sein Wort und gab ihnen Hoffnung und Durchhaltewillen. Das Kriegsende kam und das Ende des Terrors. Doch Corries Schwester Betsy starb im Lager an Cholera.

Corrie kehrte in ihre Heimat zurück und gründete Rehabilitationszentren für die Opfer der Nazigewalt. Sie hielt Vorträge in den Niederlanden, in Deutschland und in über 60 anderen Ländern. Ihr Thema: Versöhnung zwischen Opfern und Tätern.

In ihrer Autobiografie „Die Zuflucht“ beschreibt sie ein Erlebnis, das sie sehr aufgewühlt hat: Nach einem Vortrag kam ein Zuhörer zu ihr, gab sich als einer der Wachleute aus Ravensbrück zu erkennen und bat Corrie um Vergebung. Corrie war entsetzt, kamen doch die schrecklichen Erinnerungen an das im Konzentrationslager Erlittene und den Tod der geliebten Schwester wieder hoch. Sie ist unfähig, dem Mann zu vergeben. Sie betet zu Gott: >Herr, ich kann ihm nicht vergeben, tu Du es bitte für mich!< Diese Szene hat mich sehr bewegt und ich muss oft daran denken, dass Vergebung mit Gottes Hilfe möglich ist, auch wenn wir es nicht selbst können.

die-zufluchtVor ca. 20 Jahren habe ich „Die Zuflucht“ erstmals gelesen. Ein Gleichnis begleitet mich bis heute: Corrie ten Boom vergleicht unser Leben mit einem gestickten Bild. Wenn man die Rückseite betrachtet, sieht man nur wirre Fäden, man erkennt keinen Sinn darin. Gott aber dreht unser Lebensbild um, wenn wir zu ihm kommen, und wir können dessen ganze Schönheit und Ordnung erkennen. Das macht mir Mut, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Leben mal wieder aus dem Ruder läuft oder Zweifel mich befallen. Corries Leben hat mich tief beeindruckt, ganz besonders ihr unerschütterlicher Glaube und ihr steter Einsatz für Versöhnung.

Dorothea Messner

Veranstaltungen im November

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Di 01.11. 07:45 Uhr Never Walk Alone – Treffpunkt Friedhof Flensburg am Friedenshügel
12:00 Uhr Straßenarbeit zusammen mit der Gemeinschaft in der Ev. Kirche
Mi 02.11. 06:00 Uhr Gebetskette für Stadt und Land für Erweckung und Weisheit
Fr 04.11. 17:00 Uhr Trommeln mit Lydia
Mo 07.11. 15:00 Uhr Sozialprojekt „Häkeln und Stricken“
Di 08.11. 12:00 Uhr Straßenarbeit zusammen mit der Gemeinschaft in der Ev. Kirche
Mi 09.11. 06:00 Uhr Gebetskette für Stadt und Land für Erweckung und Weisheit
Do 10.11. 18:30 Uhr Hauskreis Flensburg
Fr 11.11. 17:00 Uhr Trommeln mit Lydia
19:00 Uhr Hauskreis Schleswig
Mo 14.11. 15:00 Uhr Sozialprojekt „Häkeln und Stricken“
Di 15.11. 12:00 Uhr Straßenarbeit zusammen mit der Gemeinschaft in der Ev. Kirche
Mi 16.11. 06:00 Uhr Gebetskette für Stadt und Land für Erweckung und Weisheit
Fr 18.11. 17:00 Uhr Trommeln mit Lydia
Mo 21.11. 15:00 Uhr Sozialprojekt „Häkeln und Stricken“
17:00 Uhr Kraftwerk – Glaube am Montag, Gebets-und Fragestunde mit R.Waack
Di 22.11. 12:00 Uhr Straßenarbeit zusammen mit der Gemeinschaft in der Ev. Kirche
18:00 Uhr Sitzung der Gemeindeleitung
Mi 23.11. 06:00 Uhr Gebetskette für Stadt und Land für Erweckung und Weisheit
Do 24.11. 19:30 Uhr Gebet für Nationen: Brasilien, Gemeinschaft in der Ev. Kirche
Fr 25.11. 17:00 Uhr Trommeln mit Lydia
Mo 28.11. 15:00 Uhr Sozialprojekt „Häkeln und Stricken“
Di 29.11. 12:00 Uhr Straßenarbeit zusammen mit der Gemeinschaft in der Ev. Kirche
Mi 30.11. 06:00 Uhr Gebetskette für Stadt und Land für Erweckung und Weisheit

 

Gottesdienste im November

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So 06.11. 10:00 Uhr Gottesdienst mit Zsolt Kiss-Rabata und P. Nordmann
11:00 Uhr Kirchenkaffee
So 13.11. 10:00 Uhr GD „Friedensdekade“ mit Abendmahl mit R. Waack u. M. Krüger-Mattes
11:00 Uhr Kirchenkaffee
So 20.11. 10:00 Uhr Gottesdienst mit Totengedenken mit R. Waack und D. Messner
11:00 Uhr Kirchenkaffee
So 27.11. 10:00 Uhr Gottesdienst mit Aufnahme mit R.Waack und Edgar Nordmann
11:00 Uhr Kirchenkaffee

 

Monatsspruch November 2016

image8Das Wort der Propheten ist für uns noch sicherer geworden und ihr tut gut daran, es zu beachten; denn es ist ein Licht, das an einem finsteren Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in eurem Herzen. 2.Petr 1,19

Liebe Leserin, lieber Leser,

Voller ernster Gedenktage ist der November, viele appellieren an unser soziales Gewissen genau wie die Propheten im Alten Testament. Gott hat durch ihr Wort Missstände gezeigt, die wir heute noch kennen: Ausbeuten von Mensch, Vieh und Land; Politik, die Kriege ausufern lässt und vor allem den Reichen nützt. Aber die Propheten sagten auch an, wie Gott Frieden für alle durchsetzen will. Ihr Wort wurde über Jahrtausende bewahrt, weil Menschen gemerkt haben, wie es oft wahr geworden ist. Auch beim Fall der Mauer 1989 dachten Menschen an den Fall der Mauern von Jericho im Alten Testament. Große Propheten sprachen vom Messias und von einer Zukunft mit Gott in der Mitte ohne Tränen und Gewalt. Für uns ist der Messias in Jesus Christus wahr geworden; Zeichen der guten Zukunft sind schon da – auf das andere warten wir. Das ist das Licht, das unsere Tage besonders im November hell macht! So will ich auf die Propheten hören, wenn sie mein Gewissen beunruhigen und wenn sie mir Hoffnung machen.

Eure/Ihre Pastorin Regina Waack