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Corrie ten Boom?

corrieCorrie ten Boom wurde 1892 in Amsterdam geboren. Sie verbrachte mit ihren Geschwistern eine behütete Kindheit. Ihr Vater war Uhrmacher in Haarlem und Corrie war es auch. Ihre Familie gehörte zur niederländisch-reformierten Kirche und hatte viele Freunde in jüdischen Familien. Für Corries Vater waren die Juden „Gottes altes Volk“; so war er ihnen sehr zugetan.

Als im Jahr 1940 die deutschen Besatzer alle niederländischen Juden in die Konzentrationslager transportierten, versteckten die ten Booms jüdische Familien in ihrem Haus. Nach fast zwei Jahren wurde ein deutscher Soldat bei einem Besuch im Uhrengeschäft misstrauisch. Die ganze Familie wurde verhaftet. Der Vater überlebte die Gefangenschaft nicht.

betsy-corrieCorrie und ihre Schwester Betsy kamen ins Frauen-KZ Ravensbrück. Corrie konnte eine Bibel ins Lager schmuggeln und hielt heimlich Bibelstunden. So stärkte und tröstete Gott an diesem schrecklichen Ort die verzweifelten Frauen durch sein Wort und gab ihnen Hoffnung und Durchhaltewillen. Das Kriegsende kam und das Ende des Terrors. Doch Corries Schwester Betsy starb im Lager an Cholera.

Corrie kehrte in ihre Heimat zurück und gründete Rehabilitationszentren für die Opfer der Nazigewalt. Sie hielt Vorträge in den Niederlanden, in Deutschland und in über 60 anderen Ländern. Ihr Thema: Versöhnung zwischen Opfern und Tätern.

In ihrer Autobiografie „Die Zuflucht“ beschreibt sie ein Erlebnis, das sie sehr aufgewühlt hat: Nach einem Vortrag kam ein Zuhörer zu ihr, gab sich als einer der Wachleute aus Ravensbrück zu erkennen und bat Corrie um Vergebung. Corrie war entsetzt, kamen doch die schrecklichen Erinnerungen an das im Konzentrationslager Erlittene und den Tod der geliebten Schwester wieder hoch. Sie ist unfähig, dem Mann zu vergeben. Sie betet zu Gott: >Herr, ich kann ihm nicht vergeben, tu Du es bitte für mich!< Diese Szene hat mich sehr bewegt und ich muss oft daran denken, dass Vergebung mit Gottes Hilfe möglich ist, auch wenn wir es nicht selbst können.

die-zufluchtVor ca. 20 Jahren habe ich „Die Zuflucht“ erstmals gelesen. Ein Gleichnis begleitet mich bis heute: Corrie ten Boom vergleicht unser Leben mit einem gestickten Bild. Wenn man die Rückseite betrachtet, sieht man nur wirre Fäden, man erkennt keinen Sinn darin. Gott aber dreht unser Lebensbild um, wenn wir zu ihm kommen, und wir können dessen ganze Schönheit und Ordnung erkennen. Das macht mir Mut, wenn ich das Gefühl habe, dass mein Leben mal wieder aus dem Ruder läuft oder Zweifel mich befallen. Corries Leben hat mich tief beeindruckt, ganz besonders ihr unerschütterlicher Glaube und ihr steter Einsatz für Versöhnung.

Dorothea Messner

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