Israelsonntag

Israelsonntag (3)Heute ist ein ganz besonderer Sonntag: der sogenannte „Israelsonntag“. [Er wird traditionell am 10. Sonntag nach Trinitatis gefeiert.] Auch wenn wir uns das häufig gar nicht bewusst machen: Unser christlicher Glaube und auch unser Gottesdienst hängen aufs Engste mit dem Judentum zusammen! Das wollen wir an diesem Sonntag deutlich machen: Während des heutigen Gottesdienstes zünden wir sieben Mal jeweils eine Kerze an – als Zeichen der Verbundenheit mit unseren jüdischen Glaubensgeschwistern. Sieben Lichter. Der siebenarmige Leuchter, die Menora, stand im jüdischen Tempel und ist bis heute ein wichtiges Symbol für das Judentum. [In menora 2vielen Synagogen steht eine Menora. Unsere sieben Kerzen sollen heute auch daran erinnern.] Die erste Kerze zünden wir gleich jetzt zu Beginn des Gottesdienstes an. Wir verdanken unseren jüdischen Glaubensgeschwistern, dass wir – wie sie – überhaupt in dieser Weise Gottesdienst feiern.

Einen großen Teil unserer Heiligen Schrift haben wir mit dem Judentum gemeinsam: unser altes Testament, oder wie man auch sagen kann: das erste Testament, die hebräische Bibel. Vieles, was wir über Gott wissen, haben wir aus diesem gemeinsamen Teil der Heiligen Schrift erfahren..

Das wichtigste Gebot haben wir mit den Juden gemeinsam, darin waren sich Jesus undIsraelsonntag (1) der Schriftgelehrte einig.

Seit alters beten auch Jüdinnen und Juden. Alles, was sie bewegt, bringen sie vor Gott: ihren Dank, ihre Bitten und ihre Klagen. Sie beten für sich selbst und für andere, sie rufen Gott an in jeder Lebenslage. So hat es auch Jesus in seinen Gebeten getan. Und so wenden auch wir uns vertrauensvoll an den einen Gott in unseren Gebeten.

Sowohl im Judentum als auch im Christentum wurde und wird immer wieder aufs Neue versucht, die biblischen Texte in unsere Lebenswirklichkeiten hinein sprechen zu lassen. In vielen Synagogen und Kirchen wird daher auch gepredigt.

Auch die Psalmen verbinden die jüdische und die christliche Gemeinde. Denn der Psalter ist das Liederbuch der jüdischen Bibel. Wenn Jesus und auch die ersten Gemeinden Lieder gesungen haben, dann waren es vor allem Psalmen.

Wenn wir jetzt in diesen Sonntag und in diese Woche weitergehen, gibt uns Gott seinen Segen mit auf den Weg. Auch der Segen, der am Ende unseres Gottesdienstes steht, verbindet die christliche und die jüdische Gemeinde.

Denn wir sprechen an dieser Stelle den „priesterlichen Segen“ aus dem 4. Buch Mose. Dieser Segen spielt bis heute auch im Judentum eine besondere Rolle.

DER PRIESTERLICHE SEGEN – 4.Mose 6,24-26

Der Herr sprach…: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen:

„Der HERR segne dich und behüte dich;
der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;
der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.“

Und so sollen sie meinen Namen auf die Kinder Israels legen,
und ich will sie segnen.

Hebräische Bibel Lutherbibel 1984
יְבָרֶכְךָ יְהוָה וְיִשְׁמְרֶךָ jewarechecha Adonai vejischmerecha Der HERR segne dich und behüte dich.
יָאֵר יְהוָה פָּנָיו אֵלֶיךָ וִיחֻנֶּךָּ ja’er Adonai panaw eleicha wichuneka Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
יִשָּׂא יְהוָה פָּנָיו אֵלֶיךָ וְיָשֵׂם לְךָ שָׁלוֹם jissa Adonai panaw eleicha wejasem lecha schalom Der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

Lied 592: Wir wünschen Frieden euch allen (hevenu schalom alejchem):

Wir wünschen Frieden euch allen (hevenu schalom alejchem)

Israelsonntag (6)

 

 

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