Predigt zum Erntedankgottesdienst

Predigt über 1. Timotheus 4, 4-5

Erntedank 2018 (11)Ihr Lieben,

Erntedank feiern unterscheidet sich vom Tag der Schöpfung dadurch, dass wir Gott auch für etwas danken, was nicht direkt aus der Natur kommt.

Also danken wir Gott für Kleidung und Wohnung. Das passt gut zu dem, was Jesus übers Sorgen sagte. Wenn wir uns nur zuerst darum kümmern, uns Gott zu unterstellen, also zu segnen, zu teilen und zu helfen, dann werden wir Essen, Kleidung, Wohnung und alles andere, was wir brauchen, irgendwie erreichen.

Außerdem können wir Gott auch für die guten Erfahrungen danken, so wie wir es eben getan haben.

Doch was ist mit den Verletzungen und mit den Herausforderungen? Da reicht es für viele nur dazu, mit Hiob zu sagen: Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt! (Hiob 1,21)

Doch ich lade ein, für die Zumutungen auch zu danken. Wenn ich danke, dann denke ichErntedank 2018 (13) an Gott als guten Schöpfer und als guten Freund, der sich für mich gegeben hat. Wenn ich Gott danke, dann muss es doch gut sein, wo für ich danke.

Wenn ich also Gott für die Zumutungen danke, verwandelt sich etwas.

Paulus schreibt wegen einer Auseinandersetzung um Essen an Timotheus: alles, was Gott geschaffen hat, ist gut. Wir brauchen nichts davon abzulehnen, sondern dürfen es alles gebrauchen – wenn wir es nur mit Dank aus der Hand Gottes empfangen. Denn durch das Wort Gottes und durch unser Dankgebet wird es rein und heilig.

Wenn wir Gott für unsere Verletzungen danken, können wir sie als Teil von Gottes heiligem Dialog mit uns sehen, nämlich als Frage: „hast Du etwas dazu beigetragen, dass Du verletzt wurdest? Kannst du anders handeln, damit du nächstes Mal nicht verletzt wirst? Bist du schon so lange auf dem Holzweg, dass Du nun eine Verletzung brauchst, um endlich das Richtige zu tun?“ Gottes heilige Fragen lassen uns nach Antworten suchen, die auch für Gott bestimmt, also heilig, sind.

John Wesley schrieb einmal: »Sieh Ratschläge oder Tadel stets als einen Erweis des Wohlwollens an; sie sind das sichere Zeichen der Liebe.«

Das sehe ich etwas anders, weil ich auch Ratschläge und Tadel kenne, die andere schlagen und klein machen wollen. Aber weil ich sicher bin, dass Gott etwas Gutes mit mir vorhat, kann ich sogar solche Ratschläge und Tadel brauchen, um nachzudenken und zu wachsen.

Auch für Herausforderungen kann ich Gott danken und sie so in heilige Gelegenheiten verwandeln. Dabei muss ich ganz ehrlich zugeben, dass große Herausforderungen, wie z.B. die zukünftige Gestalt unserer Gemeinde und mein Teil darin, einen ganzen Haufen schlechter Gefühle auslösen können: Ängste, Ärger, Ohnmacht, Wut.

Trauer ist übrigens nicht dabei, denn Trauer könnte heißen, „ich finde mich mit etwas Schlimmem ab und bin irgendwie damit einverstanden.“ Das wäre mir aber zu nahe an Hiob und seinen Worten: Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!

Nein, ich danke Gott für die Herausforderungen, weil ich Gott glaube, dass etwas Gutes dabei herauskommt, egal wie viel Angst und Ärger ich dabei empfinde.

Als ich so übers Danken in Verletzung und Ängsten nachdachte, wurde mir klar, dass ich mich da in sehr guter Gesellschaft befinde. Wir alle befinden uns in sehr guter Gesellschaft, wenn wir auch in enormem Stress Gott danken. Jesus Christus, unser Leiter und Bruder, war selber erschüttert und in Ängsten, als er Gott dankte und das Brot brach. Es ist eins der ältesten Zeugnisse über Jesus Christus, die wir im Neuen Testament haben. Paulus schreibt an die Korinther: Ich nämlich habe als Überlieferung, die vom Herrn kommt, empfangen, was ich euch weitergegeben habe: In der Nacht, in der Jesus, der Herr, ausgeliefert wurde, nahm er Brot, sprach darüber das Dankgebet, brach es in Stücke und sagte: »Das ist mein Leib, der für euch geopfert wird. Tut das immer wieder, damit unter euch gegenwärtig ist, was ich für euch getan habe

Das fast älteste Zeugnis von Markus erzählt, wie Jesus damals seine Freunde verstört hat, weil er wusste, wer ihn verraten würde, und wie er nach diesem Abschiedsmahl voll Angst und Schrecken zu Gott gebetet hat, Gott möge das Leid vermeiden. Da bin ich sicher, Jesus war auch während des Abschiedsmahls unter großer innerer Anspannung.

Auch jetzt in unserer Mitte gibt es große Anspannung. Schließlich kann sich auch Irene Kraft etwas Gemütlicheres vorstellen als den Weg von Hamburg nach Flensburg am frühen Sonntagmorgen nach Tagen voller Termine.

Aber ich werde wie unser Herr Jesus Christus Brot und Kelch nehmen und Gott danken. Wir werden gemeinsam danken, Gottes Wort über Brot und Kelch hören und Brot und Traubensaft miteinander teilen. So wird alles verwandelt in etwas Heiliges, uns zum Leben und zum Heil. Amen.

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