Im Vertrauen unterwegs – Bericht von unserer NJK 2019 in Braunfels

Die 27. Sitzung der NJK vom 12. bis 16.06.2019, inzwischen meine dritte Konferenztagung in Braunfels/Hessen, hatte eine ungewöhnliche „Spannungskurve“: Am ersten Tag ging es in vollem Tempo los: mit etlichen Wahlen, die zur Besetzung von allen Gremien zum neuen Konferenz-Jahrviert nötig sind; mit Grußworten von anderen Konferenzen wie der SJK, der OJK, der Schweiz und Ungarn. Dann kamen wir zum Thema: „Umgang mit homosexuellen Menschen in unserer Kirche“ und dem Beschluss unserer Generalkonferenz mit den problematischen Ausführungsanweisungen. Darin ist nach den Worten unseres Bischofs Harald Rückert das Gift des Misstrauens. Er warb darum, dem Misstrauen keinen Raum zu geben, sondern uns gegenseitig unseren Glauben zu glauben und ehrlich zu versuchen, „in den Schuhen des Anderen zu gehen“ (indianische Weisheit). Die NJK beschloss fast einstimmig weitere Gespräche am „Runden Tisch“, um gemeinsame Wege unserer EMK mit allen in ihr vereinten Sichtweisen und Frömmigkeitsstilen zu finden, die uns als Kirche ein so großer Reichtum ist.

Der zweite Sitzungstag „plätscherte“dagegen eher dahin. Beim „Abend der Gemeinschaft“ wurde dann u.a. der verstorbenen Pastoren und Pastorenwitwen gedacht, auch Frau Leifert. In den Ruhestand verabschiedet wurden u.a. Ulli und Claudia Schempp, die seit 30 Jahren die Konferenzkasse und -Geschäftsstelle geleitet haben.

Am dritten Tag nahm die Sitzung wieder richtig Fahrt auf, bei den Beratungen und Abstimmungen zu vier alternativen Anträgen zum Thema Personal und Struktur des Kinder- und Jugendwerkes (KJW) der NJK. Die NJK beschloss die Beibehaltung des KJW in der verkleinerten Form mit Kürzung der Sachmittel um fast 15 %.

Dann kam eine Diskussion zum Begriff „Spieldreher“ in Bezug auf Pastoren angesichts schrumpfender Mitgliederzahlen in der Kirche auf. Dieses seit Jahrzehnten dauernde Schrumpfen wird in den nächsten Jahren, so Schatzmeister Andreas Kraft, zu großen Einnahmeverlusten der NJK und zum Verbrauch der Reserven aus Immobilien der Kirche führen, wenn die Umlagen aller Gemeinden zusammen nicht steigen. Trotz weniger Pastoren im aktiven Dienst steigen die Kosten für Gehälter und Ruhestandsbezüge. Zu viele Gemeinden sind „Nehmergemeinden“. Einige Gemeindebezirke sind außerdem mit ihren Zahlungen deutlich um Rückstand. Die EMK ist ja für die Finanzierung ihres Dienstes allein auf Spenden angewiesen. Die Unterstützung der Gemeinden kann nur funktionieren, wenn es neben „Nehmergemeinden“, die aus dem Topf der Konferenz unterstützt werden, auch Mehreinnahmen gibt durch „Gebergemeinden“, die mehr Umlage bezahlen, als sie für Personalkosten und den Anteilen für die Pastoren im Ruhestand müssten. Dieses Füreinander-Einstehen ist Teil der „Connexio“, der gegenseitigen Verbindung unserer Gemeinden als Norddeutsche Konferenz der EMK.

Um die Kosten unserer Kirche, meist die Gehälter unserer Pastor*innen im aktiven Dienst und im Ruhestand, zu tragen, müsste jedes EMK-Mitglied in Norddeutschland  im Durchschnitt 974,14 € an Beiträgen, Spenden und Kollekten pro Jahr beitragen, damit unsere NJK ihre laufenden Kosten durch die Umlageeinnahmen decken kann. Gut ist, dass wir in Flensburg zur Verbesserung dieser Situation beitragen können: In unserem Bezirk Flensburg sind wir ganz nah dran, denn mit im Schnitt 938,66 Euro pro Kirchenglied und Jahr liegen wir im guten Mittelfeld der Gemeinden und sind pro Person nur 35,48 Euro im Jahr (2,96 Euro pro Monat) von 974,14 Euro entfernt. So ermutige ich alle unsere Mitglieder, Angehörigen und Freunde, ihre monatlichen Gaben um 3 Euro (oder mehr?) zu erhöhen und über unsere Umlage unseren Dank für die Unterstützung unserer Gemeinde durch die NJK auszudrücken, die uns jahrelang ermöglicht hat, weniger Umlage zu bezahlen, als wir für unsere Dienstzuweisungen eigentlich hätten bezahlen müssen. Im kommenden Jahr werden wir erstmals seit vielen Jahren keine „Nehmergemeinde“ mehr sein.

Die Reduktion auf eine Viertelstelle für unsere Pastorin Regina Waack ab Juli 2019, passt genau zur Anzahl unserer Gemeindeglieder (je 120 Glieder ist eine 100%-Stelle vorgesehen). Und trotzdem haben wir mit unserem Nachmittag „Mit Gott am Runden Tisch“ am zweiten Sonntag im Monat alle zwei Wochen unsere Pastorin bei uns in der Gemeinde. Ich bin Gott dankbar für diese gute Möglichkeit und diesen guten Weg!

Nach dem Sendungsgottesdienst mit unserem Bischof Harald Rückert und der EMK Jugendband „Lautstark“ reisten alle am 16.06.2019 wieder in ihre Gemeindebezirke.

Ich grüße Euch herzlich von vielen Teilnehmenden der Konferenz, besonders von unserer Superintendentin Irene Kraft und unserem ehemaligen Pastor B.J. (William Barnard-Jones)!

Beste Grüße auch von mir,

Edgar Nordmann,

Euer Laienmitglied bei den jährlichen Konferenzen unserer Kirche in der Nordhälfte Deutschlands.

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