Archiv der Kategorie: Monatsspruch

Monatsspruch april

Werbeanzeigen

Gedanken zum Monatsspruch

Liebe Leserin, lieber Leser,
Für mich ist auf dem Bild hier nicht nur ein Stumpf von einem Ast zu sehen sondern ein Gesicht oder ein Herz. Das Gesicht guckt mich mit einem schiefen Lächeln an, als ob es sagte: „Na, trauen wir uns zueinander?“ Ja, traue ich mich, mein Gesicht und mein Herz mit anderen zu teilen, auch wenn ich sie kaum kenne? Schiefes Lächeln und schiefes Tun kennen wir ja gut; Menschen gehen oft schief miteinander um. Trotzdem: ich traue mich, denn Gott schubst mich liebevoll. Jesus, Gott als Mensch, ist an schiefem Verhalten von Menschen gestorben. Aber Gott hat in Jesus Christus die Liebe auferweckt, die traut auch schiefem Lächeln Gutes zu. Darum hat Jesus der Auferstandene mit seinen ängstlichen Freunden eine mutige Bewegung der Liebe und der Menschenrechte begonnen, die bis heute lebt. Ich bin froh, dass ich da dabei bin! Doch diese Bewegung lebt nicht vom Mitlaufen sondern vom Mitmachen, so muss ich ab und zu geschubst werden. Gott macht das mit ganz verschiedenen Mitteln, wie z.B. mit diesem Herzgesicht am Baum. Das sagt mir auch: „Ja, vieles läuft noch schief, darum ist es wichtig, Gott zu trauen und an einer guten Zukunft zu bauen.“
Dass Gott auch Euch/Sie mit Zeichen stupst zu hoffen, wünscht Eure/Ihre Pastorin Regina Waack

Monatsspruch November

Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

Offb 21,2

Liebe Leserin, lieber Leser,

GrenzenDesVerstandes_Paul_Klee_Muenchen_1927wie können Häuser aus dem Himmel kommen? Wie können Häuser wie Menschen sein? Das Buch der Offenbarung, das letzte in der Bibel, ist voller seltsamer Bilder. Manche übersteigen die Grenzen unseres Verstandes wie auch dies Bild von Paul Klee. Viele düstere Bilder gibt es am Ende der Bibel; sie warnen vor Gewalt und Not. Am Ende des Jahres verdüstern die Ängste davor die Lust am Leben. Doch dann wachsen aus Schrecken zarte Bilder der Hoffnung. Ich denke an die Frau, die vor dem Drachen flieht und einen Sohn bekommt, der am sichersten Ort der Welt, an Gottes Thron, aufwächst. Von diesem Kind wird erwartet, dass es „mit eisernem Stab“- also mit Gewalt? – Frieden und Recht durchsetzt. Aber Jesus setzt lieber auf Liebe und Geduld, damit alle sich einigen und an gerechtem Frieden freuen können. Auf diese Morgendämmerung der Vernunft und Sonne der Gerechtigkeit hoffe und warte ich, auch wenn sie vielleicht noch so dunkel ist wie auf diesem Bild.

Eine gesegnete Warte- und Weihnachtszeit wünscht Eure/Ihre Pastorin

Regina Waack

Monatsspruch September

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er

die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht

ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Pred 3,11

Liebe Leserin, lieber Leser,

bild septDiese Ruine fanden wir an einer alten Handelsstraße, die heute nur noch ein Wirtschaftsweg ist. Irgendwie schön, wie diese Erinnerung an alte Größe aus dem ewigen Zugriff der Natur freigelegt wurde! Nach diesem heißen Sommer fürchten sich viele Landwirte vor dem Ruin. Auch unsere Gemeinde fürchtet oft, dass nur Erinnerungen von ihr bleiben könnten. Wir alle wissen nicht, was von der Ernte unseres Lebens bleibt. Aber Gott weiß es. Gott kann etwas Schönes aus dem machen, was von uns bleibt, wenn wir selbst längst nur Erinnerungen sind. Darum bin ich froh über alles, was ich diesen Sommer und in meinem Leben erfahren habe, und vertraue es Gott an.

Eine gelassene und gesegnete (Lebens-)Ernte wünscht Eure/Ihre Pastorin

Regina Waack

 

Zum Monatsspurch im Mai

Monatsspruch Mai:

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.

Hebräer 11,10

mmp1Liebe Leserin, lieber Leser,

Die ersten Frühlingsblüher sind schon verwelkt und haben sich in die Erde zurückgezogen. Trotzdem habe ich mich gefreut, denn Blüten sind immer Vorboten von Frucht, sogar wenn die Früchte für Menschen unnütz sind. Oft sehen wir nicht, wie die Zwiebeln in der Erde wieder dick werden für die nächste Frühjahrsblüte. Auch die Verwandlung der Kätzchen in Eicheln wird uns erst wichtig, wenn wir sie braun am Boden sehen. Doch für mich ist eine grüne Eichel ein Symbol für den Glauben, denn sie sagt: „finde mich – aber lass mich am Baum; gib mir Zeit zum Reifen, dann nähre ich die Welt und gebe dir Material zum Spielen und Basteln.“ Auch der Glaube ist kein Mittel, damit ich bestimmte Ziele erreiche, sondern eine liebevolle Beziehung zu Gott. Wenn diese Beziehung zu Gott wächst und reift, dann ergeben sich Möglichkeiten, mein Leben und das Leben der anderen oder auch der Welt zu verbessern. Sie sind Nebenprodukte einer Haltung, die Gott und allem eine Zukunft zutraut. So können wir uns am Reifen freuen und versuchen, die Welt erst mal ohne direkten Nutzen für uns aber zur Freude aller zu gestalten. Später, wenn alles reif ist, wird Gott uns schon genügend Nützliches schenken.

Eure/Ihre Pastorin Regina Waack

Monatsspruch März

foto mpEs ist vollbracht.

Johannes 19,30

Liebe Leserin, lieber Leser,

dieser Spruch klingt nach Rückschau, hat aber auch etwas von Zukunft. Viel Mühe und große Qual liegt hinter Jesus, als er ihn sagt; mit viel Mühe sind auch einige unter uns durch den Winter gekommen. Jetzt sind wir in der Zielgeraden: Jesus befiehlt sein Leben Gott an und geht durch das Grab und den Tod hindurch in die Auferstehung. In unseren Breiten geht die Natur das Blühen neu an, und auch wir Menschen raffen uns neu auf. Wichtig ist das Ziel allen Lebens: Gott zu loben, indem alle das tun, wofür Gott sie alle ins Leben gerufen hat. Für uns Menschen heißt das: unsere Welt pflegen und miteinander Dinge hervorbringen, die die Vielfalt auf unserer Erde fördern. Die letzten Wochen der Passionszeit können wir nutzen, um endlich Gewohnheiten, die uns oder andere unnötig belasten, auszutauschen gegen solche, die uns oder anderen neue Möglichkeiten geben. Solch eine Umstellung ist immer sehr mühsam. Wie wunderbar, wenn sie vollbracht ist! „Wenn wir lieben, ist Gott da und seine Liebe hat in uns ihr Ziel erreicht.“ (1.Joh 4,12)

Eure/Ihre Pastorin Regina Waack