Typisch methodistisch

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In der Liebe tätig: Glaube ganz praktisch

Was die methodistische Bewegung kennzeichnet, wurde John Wesley, Mitbegründer und Führungspersönlichkeit der methodistischen Erweckungsbewegung, einmal gefragt. Seine Antwort lautete: 

»Der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.«

Tätiger Glaube im Dienst am Menschen wurde so zum Kennzeichen methodistischer Arbeit weltweit. Bei vielen heute selbstverständlichen Errungenschaften haben sich Methodisten engagiert eingebracht. So sind beispielsweise die Abschaffung der Sklaverei, die Gründung von Gewerkschaften oder die Bausparkassen-Bewegung durch methodistische Beteiligung und Initiativen zustande gekommen. Um Kindern im 18. Jahrhundert Bildung zu ermöglichen wurde ihnen sonntags mit Hilfe der Bibel Lesen und Schreiben beigebracht. Daraus entstand die Sonntagsschule als Ursprung der Kindergottesdienste. Bis heute gehören Bildungsangebote zu methodistischer Gemeindearbeit. Krankenhäuser, Altenheime, Angebote für alle Generationen, die Mitwirkung bei Tafelläden oder der Hospizarbeit sind ebenfalls Ausdruck tätigen Glaubens.

Glaubende und Suchende: die Gemeinde

Methodisten sind davon überzeugt, dass vor Gott alle Menschen gleich sind. Deshalb finden in der Evangelischmethodistischen Kirche Glaubende und Suchende ihren Platz.

Ob jung oder alt, reich oder arm, einfach oder intellektuell, zweifelnd oder überzeugt – alle, die sich für den Glauben interessieren und bereit sind, sich mit anderen zusammen auf den Weg zu machen, sind herzlich willkommen. Dass diese Gemeinschaft offen ist für alle Nationalitäten und dass sämtliche Funktionen von Frauen und Männern ausgeübt werden können, ist für uns selbstverständlich. Methodisten suchen im Gespräch immer nach Ausdrucksformen ihrer Gemeinschaft, die Menschen Heimat und Heil bieten. Als evangelische Freikirche laden wir ein, sich für ein Leben im Glauben an Jesus Christus zu entscheiden. Menschen, die sich der Evangelisch-methodistischen Kirche anschließen, beteiligen sich am kirchlichen Leben durch ihre Fürbitte, ihre Mitarbeit und freiwillige Gaben. Allen gilt die Einladung, die Gemeinschaft nach ihren Möglichkeiten mitzugestalten. Deshalb ist »Kirche« auch nichts Fertiges, Abgeschlossenes. Sie bedarf der Mitwirkung und ständigen Erneuerung. Sie verändert sich durch die Menschen, die sich ihr anschließen. Ihre konkrete Gestaltung ist daher eine fortdauernde Auf- gabe derer, die zu ihr gehören und Jesus Christus nachfolgen.

Verbindlich und weit: die Theologie

Für Methodisten gilt:  »Denken und denken lassen.«theologische-offenheit_01

Es gibt keine Denkverbote für das Reden über den Glauben, über das Leben, über Gott und die Welt. Ausgangspunkt des Nachdenkens und der offenen und weitherzigen Begegnung ist die Bibel als Grundlage des Glaubens.

Ihre Botschaft, die in einem Zeitraum von etwa tausend Jahren von vielen Menschen aus verschiedenen Völkern, Kulturen und Epochen geschrieben worden ist, muss für die jeweilige Zeit neu erschlossen werden. Im Prozess der theologischen Arbeit zum Verstehen der Bibel und der christlichen Überlieferung gibt es immer wieder unterschiedliche Auffassungen. Sie werden diskutiert und führen oft zum besseren Verstehen der biblischen Aussagen. Wir vertrauen darauf, dass Gott denen, die ihn bitten und sich ihm öffnen, seinen Geist schenkt, durch den sie Gottes Wort verstehen können. Darum ist Theologie keine Aufgabe nur für Fachleute, sondern für alle Christen. Das Besondere der Theologie besteht also darin, alte Einsichten und Überlieferungen mit gegenwärtigen Erfahrungen und Erkenntnissen in Verbindung zu bringen. Ihre Aufgabe ist das Hören auf Gottes Stimme in der Bibel und in unserer Lebenswelt. Sie will das Verstehen erleichtern, damit Menschen Gott erkennen, sich ihm anvertrauen und mit ihm leben.

Achtungsvolles Miteinander

»Ist dein Herz aufrichtig gegen mich wie mein Herz gegen dein Herz, dann gib mir deine kikoto (15)Hand!« 

Das war schon in den frühesten Tagen der methodistischen Bewegung der Grundsatz für die Begegnung mit Menschen anderer geistlicher oder kirchlicher Gesinnung.

Die Liebe zu Gott und der Respekt voreinander sollten für ein achtungsvolles Miteinander von Christen und Kirchen genügen. Dabei muss nicht in allen Fragen biblischer Lehre und praktischer Frömmigkeit Übereinstimmung herrschen. Wo die Liebe zu Gott und das »aufrichtige Herz« Orientierung geben, gibt es keine unüberwindbaren Grenzen. Deshalb reichen Methodisten immer die Hand zum ökumenischen Miteinander und waren und sind in vielen ökumenischen Prozessen engagiert. Die Mitarbeit in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK), in der Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF) und in der Evangelischen Allianz ist für die Evangelisch-methodistische Kirche deshalb selbstverständlich. Mit den evangelischen Landeskirchen besteht Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft.

Quelle

Soziales Bekenntnis der Evangelisch-methodistischen Kirche

Wir glauben an Gott, den Schöpfer der Welt,
und an Jesus Christus, den Erlöser alles Erschaffenen,
und an den Heiligen Geist, durch den wir Gottes Gaben erkennen.

Wir bekennen, diese Gaben oft missbraucht zu haben,
und bereuen unsere Schuld.

Wir bezeugen, dass die natürliche Welt Gottes Schöpfungswerk ist.
Wir wollen sie schützen und verantwortungsvoll nutzen.

Wir nehmen dankbar die Möglichkeiten menschlicher Gemeinschaft an.
Wir setzen uns ein für das Recht jedes Einzelnen
auf sinnvolle Entfaltung in der Gesellschaft.

Wir stehen ein für das Recht und die Pflicht aller Menschen,
zum Wohl des Einzelnen und der Gesellschaft beizutragen.

Wir stehen ein für die Überwindung von Ungerechtigkeit und Not.

Wir verpflichten uns zur Mitarbeit am weltweiten Frieden
und treten ein für Recht und Gerechtigkeit unter den Nationen.

Wir sind bereit, mit den Benachteiligten unsere Lebensmöglichkeiten zu teilen.
Wir sehen darin eine Antwort auf Gottes Liebe.

Wir anerkennen Gottes Wort
als Maßstab in allen menschlichen Belangen
jetzt und in der Zukunft.

Wir glauben an den gegenwärtigen und endgültigen Sieg Gottes.
Wir nehmen seinen Auftrag an, das Evangelium in unserer Welt zu leben.
Amen.

Offenes Abendmahlemk-abendmahl_01

»Kommt alle, kommt zu Gottes Fest«, alle sind eingeladen. Das Abendmahl in der Evangelisch-methodistischen Kirche ist offen für alle. Erwachsene wie Kinder, Glaubende und Suchende.

Das Abendmahl ist die Mitte der christlichen Gemeinschaft. Jesus teilte Brot und Wein mit Ausgegrenzten und Sündern – ohne von ihnen ein Bekenntnis ihres Glaubens zu verlangen. Er lädt sie alle ein um an seinem Tisch zu zeigen: Gott geht in Vorlage, er kommt uns entgegen und gibt, was uns satt machen kann. So wie Jesus mit seinen Jüngern beim Abendmahl aß und trank, lädt er auch Menschen heute in die Gemeinschaft der Jüngerinnen und Jünger an seinen Tisch.

In der Evangelisch-methodistischen Kirche sprechen wir daher vom »Tisch des Herrn« bzw. vom »Abendmahltisch« und nicht von einem »Altar«. Damit betonen wir das Abendmahl als Zentrum unserer Gemeinschaft mit Christus.

Taufe und Mitgliedschaft

Die Evangelisch-methodistische Kirche praktiziert die Kinder- und die Erwachsenentaufe. In jedem Fall aber nur einmal, weil Gottes Liebe ein für allemal gilt.

Christlicher Glaube ist in seinem Wesen auf Beziehung angelegt, in besonderer Weise auf die heilende Wiederherstellung von Beziehungen. Es geht dabei um die geheilte Beziehung zu Gott, zu anderen und zu mir selbst. In der Evangelisch-methodistischen Kirche wird darum bei der Taufe immer Gottes gnädiges Wirken betont, durch das Beziehungen heil werden können, ob nun kleine Kinder, Jugendliche oder Erwachsene getauft werden.

In der Bibel ist die Taufe stets das Symbol für diese wiederhergestellte Beziehung zu Gott und die Abkehr aus Beziehungen, durch die sich Menschen von Gott entfernt haben. Menschen erleben dies wie eine »geistliche Geburt«. Etwas Neues fängt an.

Taufe von Kindern und von Erwachsenen

Werden Säuglinge oder kleine Kinder getauft, dann werden sie als Kirchenkinder oder Kirchenangehörige in die Gemeinschaft von Kirche und Gemeinde aufgenommen. Aber für den Schritt in die volle Gliedschaft wird von ihnen später ein persönliches Ja zum Glauben und zur Kirche erwartet.

Werden Menschen als Jugendliche oder Erwachsene getauft, dann ist mit der Taufe gleichzeitig die Aufnahme in die Gliedschaft der Kirche verbunden. Denn in der Taufe bekennen diese Menschen ihren Glauben und lassen sich bewusst in die Kirche aufnehmen. Der Schritt in die Gliedschaft ist verbunden mit der öffentlichen Beantwortung von mehreren Fragen. Wer ein Ja auf diese Fragen spricht, verpflichtet sich, als Glied der Kirche Jesu Christi auf das Handeln Gottes mit dem eigenen Leben zu antworten.

Wie zwei Seiten einer Medaille

Auch wenn heute die Taufe im Kindesalter und die Aufnahme in die Gliedschaft der Kirche bei vielen Menschen zeitlich etliche Jahre auseinander liegen können, gehören sie doch zusammen. Sie sind wie die Prägungen auf beiden Seiten einer Medaille. In der Taufe als Kind und in der Aufnahme in die Gliedschaft der Kirche werden jeweils beide Seiten betont, jedoch mit unterschiedlicher Gewichtung. Wird in der Taufe eines Kindes vor allem Gottes Handeln für uns und an uns deutlich, so wird in der Aufnahme in die Gliedschaft vorwiegend unser Handeln Gott gegenüber betont. Erst wenn die Medaille auf beiden Seiten Prägungen aufweist, ist sie vollständig und gültig. Erst wenn der Mensch auf die in der Taufe angebotene Zuwendung Gottes mit der Hinwendung seines eigenen Lebens unter die Leitung Gottes antwortet, kommt die Taufe zum Ziel.

Quelle

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Herzlich Wilkommen bei den Flensburger Methodisten! Hier erzählen wir Ihnen von unserem Glauben, unserem Gemeindeleben und sozialen Tätigkeiten.

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